Johannes-Brahms-MusikschuleGedenkkonzert zu einem Schicksalstag der Deutschen. Am Samstag, den 8. November beginnt um 18 Uhr im Hangar 21 in Detmold ein Gedenkkonzert der Johannes-Brahms-Schule im Rahmen der Veranstaltungen „Erinnern und Gedenken“ der Stadt Detmold.
Die Städtische Musikschule greift damit einen Aufruf der Bundeszentrale für politische Bildung auf, unter dem Motto „Für Mut und Zivilcourage“ ein Projekt zum Gedenktag 9. November durchzuführen.

Wie ein roter Faden zieht sich der Verlauf einer Nacht von der Abenddämmerung bis zur Morgenröte durch das Programm, beginnend mit einem Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.
An seinem Ende, am 9. November 1918, wurde die erste Deutsche Republik ausgerufen.
Fünf Jahre später war diese erste demokratische Staatsform nach dem Kaiserreich noch wehrhaft genug, um den „Hitlerputsch“ in München am 9. November 1923 scheitern zu lassen. Knapp zehn Jahre später war mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler die demokratische Weimarer Republik am Wendepunkt ihrer Umwandlung in die Diktatur des nationalsozialistischen Deutschland.
Der 9. November 1938 gehört zu den dunkelsten Kapiteln deutscher Geschichte: In der „Reichspogromnacht“ brannten jüdische Geschäfte und Synagogen, zehn Monate später entflammte der 2. Weltkrieg, an dessen Ende Millionen Tote zu beklagen waren und die Teilung Deutschlands stand.
Ein freudiges Datum ist dagegen der 9. November 1989, fiel doch an ihm – in Folge einer friedlichen Revolution in der damaligen DDR – die Berliner Mauer, ein Jahr später war Deutschland wiedervereinigt.

Nachtstücke – Krieg und Frieden, der Titel der Veranstaltung verweist auf die extreme Spannweite deutscher Geschichte in den letzten 100 Jahren.

Die für diese Gedenkveranstaltung ausgewählten Gedichte stehen alle in unmittelbarem Zusammenhang mit den historischen Ereignissen. Die musikalischen Werke entstammen dagegen zwar weitestgehend der Feder zeitgenössischer Komponisten, sind aber nicht ausnahmslos direkt auf die politischen Ereignisse zurückzuführen. Jacob van Eyck hat während des Dreißigjährigen Krieges gelebt und steht stellvertretend für das Leben in den Schreckenszeiten vergangener Jahrhunderte. Seine Sehnsucht nach Frieden hat er einer einzelnen Blockflöte anvertraut. Den heutigen Wunsch nach Ausgleich, Verständigung und Humanität in dieser Welt bringt das Werk „Peace“ zum Ausdruck. Es wurde von Piotr Techmanski eigens zu diesem Anlass für das Saxophonensemble komponiert und wird anlässlich des Konzertes uraufgeführt.

Die Kompositionen werden von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern – teilweise gemeinsam – aufgeführt. Ein Tango, der in der Zeit des Nationalsozialismus zur „Entarteten Musik“ gehörte und damit nicht gespielt werden durfte, wird nicht nur musiziert sondern auch getanzt. Gedichte bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts werden rezitiert und zeichnen im Ablauf der Veranstaltung die Entwicklung vom 1. zum 2. Weltkrieg bis hin zur friedlichen Revolution 1989 nach. In einem ausführlichen Programmheft werden sämtliche Texte aufgeführt.

Das „Buchhaus am Markt“ wird mit einem Büchertisch zum Thema die Veranstaltung abrunden, an deren Ende für „Ärzte ohne Grenzen“ gespendet werden kann. Diese Vereinigung ist in den heutigen Krisen- und Kriegsgebieten in mutigem und oft lebensgefährlichem Einsatz tätig. Einlass ist ab 17.30 Uhr.


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