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Jennifer Friedel scheitert in aussichtsreicher Position an der gegnerischen Torhüterin. Bild: Privat

Ein Befreiungsschlag sollte es werden – doch am Ende war es eher ein herber Nackenschlag für die Frauen des FC Donop-Voßheide. Das Spiel gegen Concordia Flaesheim war das Duell der Aufsteiger und gleichzeitig auch das der Abstiegskontrahenten und hierbei gingen die Lipperinnen im schönen Haltern am See bei schönstem Frühherbstwetter mit 3:7 regelrecht baden.

Von Beginn an waren die FC-Frauen im Vergleich zu den Spielen vorher nicht wiederzuerkennen. Trotz der letzten Niederlagen hatte die Mannschaft bislang immer kämpferisch mit großer Disziplin und Einsatzwillen überzeugt – doch war es an diesem Tag, als ob jemand den Stecker gezogen hätte: die FC-Frauen wirkten unkonzentriert, meistens den berühmten Tick zu spät am Ball, zu weit weg vom Gegner und vor allem völlig verunsichert – mit einem Wort – ziemlich von der Rolle.

Im letzten Spiel gegen den spielerisch sicherlich stärkeren BSV Ostbevern hatte die Mannschaft nur drei Torchancen zugelassen – nun kassierten sie gegen den Tabellenvorletzten gleich sieben Stück. Auch die zweimalige Führung zu Beginn durch Marina Heidebrecht und Melanie Gutsch brachte keineswegs Sicherheit in die FC-Reihen und FC-Coach Knut Winkelmann sah sich im falschen Film, als seine Schützlinge zur Halbzeit sogar 2:3 hinten lagen. Insbesondere durch die sonst so sichere Innenverteidigung und das defensive Mittelfeld kombinierte der Gegner nach Belieben, was der Coach in der Halbzeit auch mit sehr kritischen Worten zur Sprache brachte.

Es wurde aber nicht besser und es zeichnete sich ab, dass es eher kontraproduktiv sein würde, mit der verunsicherten Mannschaft zu hart ins Gericht zu geben, der es nach der Misserfolgsserie der letzten Wochen sichtbar an Selbstvertrauen und Selbstsicherheit fehlte, sodass die einfachsten Dinge nicht gelingen wollten und für den ersten entschlossenen Schritt auf Ball und Gegner zu anscheinend Beine und Geist zu schwer waren.

Nur sporadisch blitzten die wahren Fähigkeiten der Lipperinnen auf, wie z.B. bei ihrem dritten Tor, welchem eine sehenswerte Kombination vorausging, die Marina Heidebrecht überlegt abschließen konnte. Doch mehr sinnbildlich für die vorherrschende Verunsicherung der Mannschaft war eigentlich eher der reichlich verunglückte Elfmeter von Jennifer Friedel, die sich auch lange nach Spielschluss noch untröstlich zeigte.

Der FC hatte bis auf die verletzte Anna-Lena Meier eigentlich alle an Bord, verlor jedoch zu allem Überfluss im zweiten Durchgang auch noch Anna-Lenas Schwester Charlotte mit Verdacht auf Muskelfaserriss.

„Mit der Leistung von jedem Spiel, welches wir bisher in der Westfalenliga gespielt haben, hätten wir dieses Spiel heute gewonnen und es ist besonders tragisch, dass wir diesen Einbruch gerade in diesem Kellerduell hatten, was zeigt, dass die Niederlagenserie offensichtlich doch arg an Nervenkostüm und Selbstvertrauen gezehrt hat“, gab Frauenobmann Heino Grollich später zu Protokoll. „Jetzt kann es nur darum gehen, die Mannschaft wieder aufzurichten und ihr den Glauben an sich selbst zurückzugeben. Egal ob es am Ende reicht oder nicht – die Mannschaft soll sich nicht aufgeben müssen und weiterhin zeigen können, was in ihr steckt. Heute haben offenbar erstmals die Selbstzweifel überwogen, was die Mannschaft dann über weite Phasen des Spiels gelähmt hat.“


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