Möglicherweise haben Prof. Mary-Anne Kyriakou und Ingo Bracke die Kosten der ursprünglich geplanten Licht-Steuertechnik sowie die Vandalismussicherheit ein wenig unterschätzt?

Möglicherweise haben Prof. Mary-Anne Kyriakou und Ingo Bracke die Kosten der ursprünglich geplanten Licht-Steuertechnik sowie die Vandalismussicherheit ein wenig unterschätzt?

Bereits im Januar 2015 hat der Ausschuss den in der Sitzung am 03.12.2014 präsentierten Ausführungsplanungen des beauftragten Planungsbüros, zur Beleuchtung des Pideritplatzes, des Schweigegartens, des Burggartens und des Marktplatzes zugestimmt. Zwischenzeitlich waren die zur Umsetzung dieser Planung erforderlichen Bauleistungen öffentlich ausgeschrieben worden. Aufgrund der Höhe des Submissionsergebnisses, das über den veranschlagten und bereitgestellten finanziellen Mitteln in Höhe von 175.000 Euro lag, konnte der entsprechende Auftrag zur Umsetzung dieser Maßnahme in der letzten Sitzung des Ausschusses nicht erteilt werden.

Neues Ziel für das beauftragte Studio Kybra war nun, die Ausführungsplanung entsprechend zu modifizieren und auch in Bezug auf die entstehenden Baukosten zu überarbeiten und diese Leistung dann erneut auszuschreiben. Dazu stellte Studio Kybra seine zwischenzeitlich überarbeitete Planung in der letzten Sitzung des Ausschusses für Bauen und Umwelt vor.

Auf dem Marktplatz soll laut neuer Planung nun nur noch ein Mast mit Strahlern bestückt zum Einsatz kommen. Leicht geneigt, soll sich dieser an den Brunnen anschmiegen und einen Blumenstängel mit Blättern (Strahlern) andeuten. Hört sich in der Theorie blumig gut an, doch ist es letztlich nicht ein Mast der eher an eine Stadionbeleuchtung erinnert? Ist das nicht ein wenig zu technisch für den Marktplatz und passt so eine Art Beleuchtung überhaupt ins Bild der historischen Innenstadt? Manche Gebäude liegen unter Denkmalschutz, eventuell sollten Plätze dies auch tun. Und von Anschmiegen kann auch nicht die Rede sein, wendet sich Alheyd doch von dem möglichen Mast ab.

Die angesprochene Projektions- und Beleuchtungsmöglichkeit der Marktplatzmitte ist zugegebenermaßen modern und bietet Möglichkeiten – doch wofür? Wenn der Marktplatz gut gefüllt ist, dann projiziert der Strahler auf die Menschen und figurative Abbildungen wären nicht mehr erkennbar. Dies ist nur bei einem leeren Marktplatz der Fall. Und für wen dann eine Projektion auf den Boden geworfen werden soll, erschließt sich zumindest unserer Redaktion nicht. Auch wenn der Standort am Brunnen, nicht zuletzt aufgrund der bereits verlegten Leerrohre für Kabel, technisch gesehen den optimalen Standort bedeu-
ten würde. Fundamente sind noch nicht verbaut und der entsprechende Teil des Marktplatzes müsste erneut aufgenommen werden.

Weitere Maßnahmen auf den anderen Plätzen, wie zum Beispiel die Verwendung von einem großen Strahler statt der ursprünglich geplanten Mehrstrahler-Lösung, sollen für weitere Einsparungen sorgen. Erst auf Nachfrage durch den Ausschuss ist eine Zahl genannt worden. „Im ersten Durchgang lagen die Ergebnisse der Ausschreibung gerade einmal 20.000 Euro über dem vereinbarten Rahmen, das war nicht wirklich viel.“, so Ingo Bracke vom Studio Kybra.

Ob das nun viel ist oder auch nicht, liegt sicherlich im Auge des Betrachters, in diesem Fall ist es auch nicht das Geld des beauftragten Büros. Weder Bracke, noch seine Frau, Prof. Mary-Anne Kyriakou, konnten jedoch konkrete Zahlen für die Einsparungen nennen: „Wir sind guter Hoffnung, dass wir durch die dargestellten Änderungen im Rahmen bleiben werden.“, war die einzige Aussage die getroffen wurde, eine Aussage, die ebenfalls wenig verbindlich anmutet.

Auch auf dem Pideritplatz sollen Masten mit Strahlern zum Einsatz kommen, ebenfalls geneigt, um die Ausleuchtung der Fläche an der Baumkrone vorbei sicherstellen zu können. Hier treten die Masten jedoch aufgrund der Dominanz der Bäume, die im Beet etwas nach hinten versetzt werden, eher in den Hintergrund. Je nach Blickwinkel sollten die Masten hier weniger störend wirken, als dies auf dem Marktplatz, wo der Mast komplett allein stehen würde, der Fall sein würde.

Bei aller Kreativität, die man den beiden Fachleuten keinesfalls absprechen kann: Laut Aussage von Studio Kybra wurde am Sitzungsabend eine Lösung präsentiert die zwar günstiger ist, jedoch von der Ausleuchtung her keine Einbußen bedeutet. Ach so ist das. Und warum wurde diese Lösung dann nicht gleich im ersten Schritt berücksichtigt? Weil es das Geld Anderer ist welches hier ausgegeben wird? Und was geschieht nun eigentlich, wenn die Ergebnisse der Ausschreibung erneut über dem vereinbarten Rahmen liegen sollten? Eine nochmalige Überplanung? Entstehen dann noch mal Kosten für die dritte Überarbeitung des Konzepts? Nein, das Honorar für die Planung ist Bestandteil des Budgets und zudem auch in Summe festgeschrieben. Ein Trostpflaster, das weitere Planungen somit nicht zu einer weiteren Reduzierung der Beleuchtung führen würden. Wenngleich die Verwaltung das Studio mit dem Hinweis: „Die Gesamtplanungen haben sich geändert, darauf hat das Studio reagiert“, ein wenig in Schutz nahm, eventuell sollte die bekannte finanzielle Situation der Stadt bei Planungen im Vorfeld Berücksichtigung finden.

Möglicherweise haben Prof. Mary-Anne Kyriakou und Ingo Bracke die Kosten der ursprünglich geplanten Licht-Steuertechnik sowie die Vandalismussicherheit ein wenig unterschätzt. Der visionäre Ansatz soll hier keinesfalls kritisiert werden. Möglichkeiten ergeben sich dadurch schon, es ist nur zu hinterfragen, ob diese in Blomberg auch genutzt würden.

Im Ergebnis stimmten neun Ausschussmitglieder für den Beschlussvorschlag (Die in der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Umwelt durch das Büro Studio Kybra vorgestellte überarbeitete Planung zur Beleuchtung und Illumination des Pideritplatzes, des Schweigegartens, des Burggartens und des Marktplatzes soll wie in der Sitzung vorgestellt und abgestimmt erneut ausgeschrieben und umgesetzt werden.), sechs stimmten dagegen.

Unsere Lokalpolitiker scheinen jedoch sensibilisiert, auch ihnen fehlte konkretes Zahlenwerk. Von der anfänglichen Euphorie bei der ersten Präsentation ist nicht mehr ganz so viel übrig geblieben, zumindest in den Gesichtern nicht abzulesen. Allerdings muss hier die Frage erlaubt sein, woher diese leicht durchscheinende Wankelmütigkeit kommt. In der Sitzung wurde das Duo Brache/ Kyriakou darauf hingewiesen, dass der Mast in der Ausschreibung eine Sonderrolle erhalten soll. Diese Position soll separat „ausgeschrieben“ werden. Bedeutet, dass die übrigen Arbeiten auch dann zu den im Angebot genannten Summen realisiert werden können, wenn der Mast nicht Bestandteil der Beauftragung sein wird. Bleibt zu hoffen, dass der Ausschuss sich hier nicht blenden lässt und die Verwaltung eigenständig nach Alternativen suchen wird.

Ein möglicher Ansatz wäre es, mit den Immobilieneigentümern am Marktplatz zu sprechen. Eventuell ist einer unter ihnen bereit, Strahler an seinem Gebäude anzubringen, die den gewünschten Effekt der Ausleuchtung der Marktplatzfläche ebenso erfüllen können. Die angesprochene Projektion von Grafiken auf den Marktplatz selbst oder auch an die Wand des Blomberger Rathauses, könnte problemlos, zum Beispiel bei Veranstaltungen, über einen sogenannten Gobostrahler (Goboprojektor) erfolgen. Dieser kann flexibel eingesetzt und temporär zum Einsatz kommend, auf ein Stativ, ein Hütten- oder Zeltdach, sowie auch einfach auf ein Stativ montiert werden.

Oder wollen Sie, liebe LeserInnen einen Stahlmast auf dem Marktplatz sehen?


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