Logo-IHKDie Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bleibt im nächsten Jahr mit 6,17 Cent pro Kilowattstunde Strom knapp unter dem Höchststand des Jahres 2014 (6,24 Cent/kWh). Diese Zahlen haben die vier Übertragungsnetzbetreiber Mitte Oktober bekannt gegeben. Die Umlage sinkt damit um knapp ein Prozent gegenüber 2014. Die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) geht aber nur von einer vorübergehenden Stabilisierung aus. Sie rechnet damit, dass die Umlage 2016 wieder angehoben wird.

„Erstmals seit ihrer Einführung ist die EEG-Umlage nicht gestiegen. Das ist aber kein Grund zur Entwarnung“, betont Matthias Carl, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Lippe. „Die Umlage war 2014 schlicht und einfach zu hoch angesetzt.“ Die um 1,4 Mrd. Euro zu hohen Einnahmen würden jetzt verrechnet. „Ohne diesen Einmaleffekt müsste die Umlage 2015 bei 6,56 Cent pro KWh liegen“, interpretiert Carl die Prognosen der Netzbetreiber. Eine Trendwende sei nicht zu erwarten. So summierten sich die steigenden Kosten für die Einspeisung erneuerbaren Stroms und sinkende Erlöse für den eingespeisten Strom im nächsten Jahr auf fast 21,1 Mrd. Euro. Das seien knapp 1,6 Mrd. Euro mehr als 2014.

Trotz der Absenkung werden die meisten gewerblichen Verbraucher auch 2015 über die Umlage etwa ein Drittel ihres Strompreises nur für die Förderung der Erneuerbaren Energien aufbringen müssen“, schätzt Carl. Insgesamt rechnet die IHK kaum mit Entspannung bei den Strompreisen. Die Netzentgelte als weiterer wesentlicher Preisbestandteil werden tendenziell eher steigen. Bei den Erzeugungskosten gebe es betriebswirtschaftlich kaum noch Luft nach unten. Insgesamt festige Deutschland damit seine „Spitzenposition“ bei den Strompreisen in Europa. Das belaste die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft insbesondere im internationalen Wettbewerb.

Das gerade novellierte Erneuerbare Energien Gesetz werde zudem in den Unternehmen nur wenig zur Entlastung beitragen, erwartet Carl. Es nehme vielen Unternehmen die Alternative zum teuren Stromeinkauf, indem Eigenstrom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen anteilig mit der EEG-Umlage belastet werde.

Pressemeldung IHK Lippe Detmold


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